Taijiquan ist UNESCO Kulturerbe

Danke Meisterin 陈沛菊 Chen PeijuWir sind stolz auf die Vertreterin der 12. Generation des Chen-Klan Taijiquan. Als Repräsentantin unseres „Kleinen Rahmen“ – Xiaojia ist sie eine der Initiatoren für die Aufnahme in das immaterielleMeisterin Chen Peiju Kulturerbe der UNESCO. Unsere Chen Taijiquan Schule in Nürnberg steht in direkter Verbindung zu ihr. Sie und ihr Bruder Chen Peishan entsprachen dem Wunsch ihres Vaters das Taijiquan auch an außenstehende der Familie zu unterrichten. So konnte Meister Dietmar Stubenbaum für die deutschsprachigen Länder als erstes in diesen Genuss kommen. Seither profitieren von seinen soliden Fertigkeiten in Deutschland hunderte Taijiquan Anhänger.

Seit 2016 nahmen die Bemühungen von Frau Chen Peiju Gestalt an bis sie im Dezember 2020 zum Erfolg führten. Dabei wurde sie von Chen Zhenglei und Chen Xiaoxing aus Chenjiagou begleitet. Am Ende schafften es die Chen-Klan Vertreter über die eigenen Interessen hinaus insgesamt 48 Unterstützer anderer Taijiquan Verbände und Stilrichtungen mit einzubeziehen. In China wurden dazu über die Jahre hinweg sogenannte Komitees, 14 an der Zahl, eingerichtet. Aus diesen Komitees wurden letztendlich 48 Unterstützer-Briefe verfasst, welche der Antragstellung beigefügt wurden. Dazu zählen viele Vertreter des Yang Taijiquan, Wu Taijiquan, He Taijiquan und Li Taijiquan die vorrangig in den Regionen des Kreises Wen, Großgemeinde Zhaobao, Yongnian, Handan, Beijing, Tianjin, Huanshui, Jiaozuo und Beimeng vertreten sind. Gemeinsam wurde anschließend dieser Antrag in Eigeninitiative, ohne offizielle Regierungsbeteiligung, zur Aufnahme in die UNESCO Liste eingereicht.

Ergebnis – Taijiquan ist UNESCO Kulturerbe:

Dies ist ein großer symbolischer Akt für einen einheitlichen und gemeinsamen Kern, welcher die klassische Taijiquan Kultur bindet. Soweit ich zurückblicken kann ist dies das erste und bisher einzige Mal wo es gelungen ist nicht nur Lokal-Prominenzen in China hervorzuheben, sondern der Taijiquan Kultur als ganzheitliches zur Würdigung und Stellenwert zu verhelfen.

Frau Chen Peiju ist in ihrer Erscheinung klein und unauffällig. Neben ihrer Tante Chen Liqing zählt sie jedoch zu den ersten Frauen die in einer Meistertradition der Kampfkünste Einzug gehalten haben. Sie hat Sportwissenschaften Studiert und stets das Taijiquan ihrer Familie unterrichtet. Derzeit lebt sie in der Provinz-Hauptstadt Zhengzhou (Henan), wo sie seit einigen Jahren von ihren selbst ausgebildeten Taijiquan Lehrern unterstützt wird. Dazu zählen vor allem 刘正楷 Liu Zhengkai und 鲍静潜 Bao Jingqian. Mit Dietmar Stubenbaum als Präsident der ISCT und ihrem Bruder Chen Peishan begründete sie 2006 die ISCT (International Society of Chen Taijiquan). Mit etwas Glück kann man sie auf internationalen Workshops in Japan, Deutschland, Frankreich oder Italien treffen und ihren tollen Unterricht kennenlernen.

Studienaufenthalt bei Chen Peiju in Zhengzhou
Während eines Studienaufenthaltes bei Chen Peiju in Zhengzhou

Meine Meinung:

Frau Chen Peiju repräsentiert das moderne China auf eine ganz besondere Weise. Sie liegt weit abseits von Frauenquotendenken, wie z. Bsp. in Deutschland oder medialen Superstar-Kults wie in China. Meisterin Chen Peiju ist eine Persönlichkeit die wirklich über fundierte Fertigkeiten verfügt. Sie weiß was sie will, ist gebildet und versteht das traditionelle Anliegen ihrer Vorfahren. Frau Chen versteht es dieses verständnisvoll in die Moderne Zeit zu vermitteln. Das konnte sie durch eine kommentierte Buch-Veröffentlichung ihres Klan-Vorfahren Chen Xin bereits unter Beweis stellen.

Eine deutsche, kommentierte Übersetzung dazu wurde 2016 „KOMMENTARE ZU DEN GRAFISCHEN ERLÄUTERUNGEN ZUM TAIJIQUAN DES CHEN-CLANS“ von Dietmar Stubenbaum herausgegeben und ist für das allgemeine Verständnis der Taijiquan Kultur unerlässlich.


Interessanterweise wurde von den 48 Unterstützern gleichzeitig ein 5 Jahresplan zum besonderen Schutz des Taijiquan von 2021 bis 2025 ausgerufen. Was es damit auf sich hat bleibt vorerst ein Rätsel. Wir jedenfalls halten ungeachtet davon weiter an der Verbreitung unseres Taijiquan fest. Dazu teilen alle den Wunsch, dass die UNESCO Liste bei den Menschen auch zu praktischen Aktivitäten führt und nicht nur als eine schöne Etikette oder gar Papier-Tiger zu verstehen sein wird.

Hier ein Video mit Chen Peiju indem sie Partneranwendungen (zw. 00:51:45 bis 00:01:08) erklärt. Dabei gibt es einen Bezug zum Lösen wie im „Stehen wie eine Säule“. Anhand der Gestik lässt sich einiges verstehen, obwohl man kein Chinesisch spricht. Fragen dazu lassen sich auch durch die Workshops von Meister Dietmar Stubenbaum in Nürnberg und München klären.

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Ab dem 12. Januar 2021 beginnt in Nürnberg und Fürth wieder der Taijiquan Unterricht. Es erwarten euch 1:1 Kurse & Privat Unterricht im freien und Webinare via Zoom. Ich freue mich auf euch, unsere gemeinsame Tradition und dem Aspekt der Lebenspflege, welcher uns als Schatz und Bollwerk gegen den Corona Hype in all seinen Facetten begleitet.

J. Weinbrecht, vom 02.01.2021







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